Die elektrische Retro-Ente kommt, aber wie?
Erst kürzlich hat der Autobauer Stellantis, zu dem auch die Marke Citroën gehört, the return of the legendäre Ente verkündet. Das Fahrzeug soll als reines eAuto sein Comeback feiern und wenn man die kurze Pressemitteilung ganz genau liest, dann steht auch eher etwas von "ein neues Modell [...], inspiriert vom Geist des legendären 2CV". Yep, der Citroën 2CV ist die knuffige Kiste, die wir alle unter der Bezeichnung "Ente" kennen.

War die Pressemitteilung schon wenig aussagekräftig, ist es das erste Teaservideo gleich noch weniger. Am Ende zeigt der Autohersteller mit den vielen Marken nur ganz wenige Sekunden die oben gezeigte Silhouette einer Studie, die auf dem Pariser Autosalon im Oktober 2026 gezeigt werden soll.
In der Presse, nicht in der Pressemitteilung, wird 2028 als Jahr der Markteinführung kolportiert. Auch der Einstiegspreis von um die 15.000 € wird eher gemunkelt, als dass er offiziell irgendwo zu lesen war. Es bleibt also noch viel Raum für Spekulationen, was natürlich Teil der Kommunikationsstrategie zur Einführung des Fahrzeugs sein dürfte.

Doch was kann man von einem Auto erwarten, das in heutigen Zeiten nur um die 15.000 € kosten soll? Schauen wir mal kurz rüber in Richtung Renault. Da hat man den frisch vom Band laufenden elektrischen Twingo mit knapp 20.000 € eingepreist. Die Batteriekapazität (Netto) wird beim ADAC mit 27,5 kWh angegeben und soll bis zu 260 Kilometer Reichweite bringen. Ausstattung, Größe des Fahrzeugs, Geschwindigkeit und Reichweite machen den eTwingo zu einem preisgünstigen, aber nicht billigen Stadtauto bzw. Kurzstreckenfahrzeug auch für den ländlichen Raum.

Der eTwingo liegt preislich über den möglichen 15.000 € für die eEnte und damit vermutlich auch in Batteriekapazität und Reichweite. Doch im Renault-Konzern gibt es ja noch den Dacia Spring. Die neue Version von 2025 geht für mindestens 16.900 € über den Ladentisch. Der ADAC nennt eine Batteriekapazität von 24,3 kWh und eine Reichweite von 200 Kilometern dank überarbeiteter Batterietechnologie.
Bleibt also abzuwarten, was eine elektrische Ente 2028 für eine Reichweite schaffen kann, wenn der Preis niedriger angesetzt sein soll, als bei den beiden Modellen, die eh schon im unteren Preissegment am Markt sind.
Macht das Auto trotzdem Sinn? Ich denke schon. In der Stadt kann man selten schnell fahren. Das erhöht die Reichweite. Die Strecken, die man in Städten zurücklegt, sind meist kürzer. Ich habe es selbst mit einem BMW i3 (ca. 300 km Reichweite) geschafft, dass ich in Berlin nur ein Mal pro Woche laden musste. Denn langsam fahrend, wurden aus den 300 meist eher 400 km Reichweite.
Im ländlichen Raum sind die Durchschnittsgeschwindigkeiten etwas höher und die Strecken länger, die man im Verhältnis zur Stadt zurücklegt. Hier dürfte man also auch häufiger laden müssen. Allerdings ist die eigene Ladebox auf dem Land auch häufiger vertreten, insbesondere dann, wenn man ein Eigenheim mit Grundstück hat. Ist die Solaranlage auf dem eigenen Dach schon verbaut, hat ein kleines eFahrzeug erst recht seine Berechtigung.
Die Fahrt mit einer eEnte über die Autobahn auf längeren Strecken ist eher nicht zu empfehlen. Steht man jedoch mehr auf Slow Travelling, dann kann die Langstrecke auf der Landstraße eine sehr sehr feine Fahrt werden. Ich bin mit dem i3 deshalb sehr gern von Berlin nach Greifswald gefahren. Eine elektrische Ente mit womöglich noch offenem Dach dürfte ein echtes Lifestyle-Auto werden können.