Bahnfahren – Protokoll des Scheiterns - Teil 1

Bahnfahren – Protokoll des Scheiterns - Teil 1
Bonjour Tristesse!

Es sollte heute Morgen eigentlich nur entspannt von Berlin in unser kleines Häuschen nach Niedersachsen gehen: 07:23 Uhr in Berlin starten, 10:18 Uhr im kleinen Ort in Niedersachsen ankommen – inklusive Umstieg.

  1. Etappe: Berlin - Hildesheim (ICE)
14 Minuten Verspätung
  1. Etappe: Hildesheim - Elze
Durch Verspätung den Metronom (Regionalzug) verpasst.
Der nachfolgende Metronom fällt wegen Personalmangel aus.
Der nächste Zug kam dann pünktlich.
  1. Etappe Elze - Freden
Und auch auf der letzten Etappe gibt es noch eine kleine Verspätung.

FAZIT

Im Normalfall, der wirklich zu 90 Prozent der Fall ist, benötige ich mit einem Auto, mit dem ich nicht mehr als 130 km/h fahre, von Tür bis Tür drei Stunden und 20 Minuten.

Heute bin ich um 6:20 Uhr in Berlin aus dem Haus und hab um 12:40 Uhr die Haustür unseres Häuschens geöffnet. In Summe dauerte die komplette Fahrt an einem Samstag – also außerhalb der Berufsverkehre – knapp die doppelte Zeit.

Nun bin ich Vielfahrer. Weiß also, dass es nicht unbedingt die Norm ist. Gleichzeitig ist die Erfahrung von mehr als vier Jahren dauerhaftem Fernreisen quer durch Deutschland (ca. 45 Fernbahnreisen pro Jahr mit jeweiliger Rückreise oder knapp 30.000 km Autobahn pro Jahr), dass ich mit dem Auto nicht solch traurigen Stories erlebt habe. Denn die Navis sind inzwischen so gut, dass sie mich jedenfalls immer um Staus herumnavigiert haben und ich Verspätungen von mehr als einer halben Stunde auf gut 400 bis 650 km Streckenlänge nicht erleben musste.

Als passionierter Bahnrestaurantfahrer bin ich maximal unglücklich. Ich fahre nicht gern Auto, aber aktuell bleibt mir keine andere Option, die Bahn zu meiden, sobald die Strecke mehr als 300 Kilometer Länge überschreitet und/ oder auch nur ein Umstieg unterwegs nötig ist.

Liebe Grüne, bitte lasst uns nicht mehr darüber reden, dass die Bahn ein besserer Ersatz zum Auto ist. Ist sie seit einigen Jahren leider eben nicht mehr. Egal ob ich DB, Flixtrain oder Metronom fahre, es reiht sich eine Verspätung an die nächste und Zugausfälle werden zum Standard im eigenen Erwartungsmanagement.

Bahnfahren in Deutschland ist aktuell etwas, was man sich nicht nur finanziell, sondern auch nervlich leisten können will oder muss. 🤷‍♂️